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Transformation durch Präzision

Unsere Geschichte – erzählt von Karolin Fricke.

Manche Unternehmen entstehen aus einem Businessplan.

Unsere Geschichte entstand auf dem Rübenfeld, mit einem Freund, der nicht lockerlässt. Matthias Riechmann war ein langjähriger Freund meines Vaters, Achim Pape. Und er war einer der Menschen, die schon früh etwas in ihm gesehen haben. Immer wieder sprach er ihn darauf an. Immer wieder ermutigte er ihn. Bis irgendwann aus dem Gedanken eine Entscheidung wurde. An den Moment, in dem mein Vater ihm diese Entscheidung mitteilte, konnte sich Matthias noch viele Jahre später erinnern.

Es war abends. Draußen war es bereits dunkel. Matthias ging durch die Feldmark und traf dort meinen Vater. Der saß nicht in einem Büro und hatte auch keinen fertigen Businessplan vor sich.

Er war am Rübenroden.

Und dort, mitten auf dem Feld, sagte er seinem Freund schließlich:

Ich mache es. Ich mache mich selbständig.

Eigentlich ein unspektakulärer Satz. Und doch begann mit ihm etwas, das unser Leben und unser Unternehmen bis heute prägt. Denn Unternehmertum beginnt selten mit der perfekten Gelegenheit.

Es beginnt mit einer Entscheidung.

Matthias hatte angeschoben.

Mein Vater hatte entschieden.

Die Landwirtschaft war für ihn kein Lebensetikett, sondern zunächst das Geschäftsmodell, das zu seiner Zeit die besten Möglichkeiten bot. Doch er hielt nie an etwas fest, nur weil man es schon immer so gemacht hatte.

Er beobachtete. Er rechnete. Er erkannte Chancen.

Und wenn er von einer Möglichkeit überzeugt war, hatte er den Mut, zu handeln.

Innerhalb eines Jahres verkaufte mein Vater nach und nach den Viehbestand und investierte in CNC-Maschinen.

Wo vorher Kühe standen, wurde plötzlich auf Hundertstel und Tausendstel genau gefertigt.

Milchviehstall mit schwarzbunten Kühen am Futtertisch, frisches Gras aufgeschüttet
Der leergeräumte Stall während des Umbaus: nackte Betonwände, Baumaterial und Werkzeug auf dem Boden Eine CNC-Maschine steht auf einem alten Ackerwagen, gezogen von einem Fendt-Traktor, vor der Scheune Zwei Männer richten die neu angelieferte Werkzeugmaschine auf dem Hof aus Bauarbeiten am Dachstuhl der neuen Halle

1999 gründete mein Vater die Achim Pape Zerspanungstechnik.

Ein Mann steht vor einer Deckel-Maho-Fräsmaschine DMC 103 V in der neuen Werkstatt

Aber eine gute Maschine und der Wille, etwas aufzubauen, reichen allein nicht aus.

Mein Vater hat mir diese Zeit einmal sehr einfach beschrieben: Er wollte an der Maschine stehen. Er wollte produzieren, tüfteln und Bauteile fertigen.

Aber während man an der Maschine steht, kann man nicht gleichzeitig neue Aufträge hereinholen, mit Kunden sprechen und Angebote schreiben.

Diese Geschichte hat mein Vater mir erst ganz am Ende seines Lebens noch einmal sehr persönlich erzählt. Mein Vater ist am 13.01.2026 an Krebs verstorben. Die letzten vier Wochen seines Lebens waren intensiv. Er lag im Krankenhaus und wir hatten viele Gespräche – über die P&H, seine Entscheidungen und darüber, wie eigentlich alles angefangen hatte. In diesen Gesprächen habe ich eine Seite meines Vaters erlebt, die mich sehr berührt hat. Er blickte mit großer Offenheit auf sein Leben zurück, reflektierte Entscheidungen und erzählte mir von Momenten, die für ihn und für die P&H entscheidend gewesen waren.

Einer dieser Momente war die Begegnung mit Gerhard Härich. Mein Vater beschrieb es mir in einem unserer letzten Gespräche mit einem Satz, der mir geblieben ist:

„Da stand Gerd in der Tür – als hätte ihn der Himmel geschickt.“

Gerhard – für uns Gerd – brachte genau das mit, was in diesem Moment fehlte.

Er hielt meinem Vater den Rücken frei.

Während Achim sich auf die Fertigung konzentrieren konnte, kümmerte sich Gerd um Kunden, Aufträge, Angebote und die kaufmännische Seite.

Aus zwei unterschiedlichen Stärken wurde eine gemeinsame Stärke.

Der eine an der Maschine.

Der andere nah am Kunden.

Und beide mit dem gleichen Ziel: etwas aufzubauen.

Am 13. Februar 2001 machten sie ihre Zusammenarbeit offiziell und gründeten gemeinsam die P&H Zerspanungstechnik GmbH.

Birgit Pape, Achim Pape, Roswitha Härich und Gerhard Härich auf der EXPO 2000 in Hannover
Auf der EXPO 2000 in Hannover, von links: Birgit Pape, Achim Pape, Roswitha Härich und Gerhard Härich.

Aus einer unternehmerischen Idee war ein Unternehmen geworden.

Und vielleicht steckt genau darin eine der wichtigsten Lektionen unserer Geschichte:

Unternehmertum bedeutet nicht, alles selbst zu können. Unternehmertum bedeutet zu erkennen, was es braucht – um die richtigen Menschen zusammenzubringen.

Achim und Gerd ergänzten sich.

Achim Pape und Gerhard Härich vor einer CNC-Fräsmaschine in der Werkstatt

Und genau diese Haltung prägt P&H bis heute.

Wir glauben an Spezialisierung.

Wir glauben daran, dass jeder das tun sollte, worin er richtig gut ist.

Und wir glauben daran, dass die besten Ergebnisse entstehen, wenn Menschen einander den Rücken freihalten und gemeinsam Verantwortung übernehmen.


Heute führe ich, Karolin Fricke, diese Geschichte weiter.

Und auch für mich bedeutet das nicht, einfach das zu bewahren, was vor mir entstanden ist.

Unternehmertum heißt für mich, weiterzudenken.

Die nächste Herausforderung zu sehen.

Neue Möglichkeiten zu erkennen.

Und gleichzeitig den Kern unseres Unternehmens nicht aus den Augen zu verlieren.

Dabei begleitet mich eine zweite Welt, die auf den ersten Blick wenig mit CNC-Fertigung zu tun hat.

Karate

Seit meiner Kindheit begleitet mich das Karate. Ich habe bei dem besten Trainer gelernt – Antonio Leuci – der mich bis heute berät und unterstützt.

Heute trage ich den zweiten schwarzen Gürtel. Viele Menschen sehen im Karate zunächst Kraft und Schnelligkeit.

Für mich geht es um etwas anderes:

Präzision.

Der richtige Stand.

Die richtige Distanz.

Die richtige Technik.

Der richtige Moment.

Und die Konzentration, eine Bewegung immer und immer wieder auszuführen, bis jedes Detail stimmt.

Ein Zentimeter kann einen Unterschied machen.

Ein Augenblick kann einen Unterschied machen.

Eine kleine Abweichung kann einen Unterschied machen.

Diese Haltung nehme ich mit in unser Unternehmen.

Denn auch bei P&H bedeutet Präzision für mein Team weit mehr als eine Toleranz auf einer technischen Zeichnung.

Präzision ist eine Haltung.

Sie bedeutet, hinzuschauen.

Nachzufragen.

Mitzudenken.

Sich nicht mit „passt schon“ zufriedenzugeben.

Und jeden Tag den Anspruch zu haben, ein kleines Stück besser zu werden.

Ich programmiere nicht, und ich rüste nicht.

Ab und zu stehe ich an der Maschine und lege Teile ein. Mein Platz ist aber ein anderer: Auftragsabwicklung, Buchhaltung, Controlling – all das, was neben der Fertigung laufen muss, damit die Fertigung laufen kann.

Damit geht es mir heute wie meinem Vater und Gerd damals. Die beiden haben sich ergänzt, weil jeder etwas konnte, was der andere nicht konnte. Genau so ist es bei mir: Was mir fehlt, bringen meine Mitarbeiter mit.

Aus vielen einzelnen Stärken wird wieder eine gemeinsame.

Sie sind es, die jeden Tag dafür sorgen, dass aus einer Zeichnung ein Teil wird, das passt. Ich habe ein Team, auf das ich mich verlassen kann – und auf jeden Einzelnen bin ich stolz.

Verlassen kann ich mich aber nicht nur auf die Menschen im Betrieb.

Matthias, Gerd und Toni sind auch heute Menschen, die mich begleiten, beraten, hinterfragen und unterstützen. Menschen, deren Erfahrung für mich wertvoll ist und auf deren ehrliches Wort ich zählen kann.

Und mein Vater?

Er begleitet mich auf eine andere Weise.

Durch das, was er aufgebaut hat.

Durch das, was er mir beigebracht hat.

Und durch die Werte, die geblieben sind.

Heute liegt die Verantwortung bei mir.

Ich werde nicht jede Entscheidung so treffen, wie mein Vater sie getroffen hätte. Und das wäre vermutlich auch gar nicht in seinem Sinne gewesen.

Denn wenn seine Geschichte eines zeigt, dann das:

Unternehmertum bedeutet nicht, das Bestehende zu bewahren. Es bedeutet, den Mut zu haben, es weiterzuentwickeln.

Genau das möchte ich tun.

Mit den Menschen an meiner Seite, die diese Geschichte mitgeschrieben haben.

Mit meiner eigenen Haltung.

Mit meinem eigenen Weg.

Und mit dem Mut, auch das nächste Kapitel von der P&H zu schreiben.

Von Generation zu Generation.

Dafür steht P&H.

Transformation durch Präzision.

Schreiben wir das nächste Kapitel gemeinsam.

Ob Prototyp oder Serie – schicken Sie uns Ihre Zeichnung. Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden.